Schmelzsicherungen
in der Elektronik
Bauteile
zwischen Anspruch und Risiko
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Geräte-
und Feinsicherungen, deren Schutzfunktion auf der Grundlage eines
Schmelzelements basieren, werden häufig in sekundären
Stromkreisen auf der Leiterplatte und/oder in primären
Stromkreisen mit Halter in Geräten eingesetzt. Ihre Aufgabe ist
es Bauteile und Leiterbahnen vor Zerstörung durch Überhitzung,
Kurzschluss oder Überlast zu schützen. Zu diesem Zweck
werden sie vom Hersteller oder durch Prüfstellen umfangreichen
Prüfungen unterzogen. Prüfvorgaben sind dabei Normen die
die Ansprüche verschiedener Funktionsanforderungen abdecken.
Als dieser Fehler auftrat war zum Glück keine Gardiene in der Nähe.
Um
die Durchlässigkeit der internationalen Märkte zu sichern
wurden Eigenschaften der Schmelzsicherungen sowie deren Prüfungen
und Prüfmethoden standardisiert. Allerdings gibt es verschiedene
Normen (etwa die IEC im internationalen oder die UL im amerikanischen
Raum) und dazugehörig unterschiedliche Prüfzeichen
(Approbationen) die von verschiedenen Prüfstellen vergeben
werden.
Die Absicht der Standards zielt auf die Sicherstellung,
dass fehlerhafte Betriebszustände der Geräte zu einer
Zerstörung derselben und damit ggf. die Entstehung eines Brandes
vermieden wird. Das Bemühen um eine Harmonisierung der
Normanforderungen, der Prüfungen und der Prüfmethoden ist –
nach meinem Wissens – bisher nicht so recht gelungen. Auch die
Bewertung der Prüfergebnisse verschiedener Prüfstellen ist
nicht selten individuell unterschiedlich.
Es ist daher nicht ganz
unverständlich, dass vor diesem Hintergrund die Brandstatistiken
und Ursachenanalysen der Feuerwehren, des VDI und des Instituts für
Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen
Versicherer e.V. (IFS) gerade Elektrogeräte als Brandverursacher
angeben. Von etwa 200.000 Wohnungsbränden in Deutschland, die
jährlich einen Schaden von ca. 3 Milliarden Euro anrichten, sind
Elektrogeräte mit über 50% beteiligt. Mehr als die Hälfte
davon (etwa 36% aller Brände) sind Brände durch
Geräte der Unterhaltungselektronik (TV-, Video- und DVD-Geräte).
Nimmt man Fehlbedienungen (etwa das Zierdeckchen auf dem Fernseher)
aus, bleibt noch immer der Anteil von ca. 1/6 aller Wohnungsbrände,
die vermutlich auf das Versagen (Überhitzung) eines Bauteils
oder einer Leiterbahn zurückzuführen sind.
Aber ist es
nicht die ausgewiesene Funktion einer Sicherung den Brand zu
verhindern??? Oder kann die eingesetzte Sicherung gar der
Brandverursacher sein?
Die Statistik des Instituts für Schadensforschung in Kiel (siehe auch den Bericht zur Leiterbahnsicherung)
macht deutlich wie dringlich eine Verbesserung des Überstromschutz ist.
Fehler, wie auf dem PCB eines Rollomotors gezeigt, sind Ursache für viele Brände.
Die folgenden Beispiele sind eine kleine
Auswahl von Möglichkeiten, warum Fein- oder Gerätesicherungen
ihre Schutzfunktion nicht in allen Fehlerfällen wahrnehmen oder
wahrnehmen können oder sogar selbst zur Brandursache werden
können. Nur das Wissen um das Verhalten von Schmelzsicherungen
in der aktuellen Anwendung und ihrer Schwächen im Allgemeinen
kann dazu beitragen, mit Schmelzsicherungen elektrische Geräte
ein Stück sicherer zu machen.
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Wie Halter weich werden |
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Sicherungshalter sind fast so alt wie die Sicherungen selbst. Die zunehmende Anzahl der el. Geräte führte zu immer höheren Nennstromwerten der Leitungssicherungen. Die zum Schutz notwendige Selektivität der Absicherung wurde durch die Absicherung einzelner Geräte wieder hergestellt. Die Sicherungen wurden in Sicherungshaltern aufgenommen die in der Regel in der Front- oder Rückwand der Geräte montiert wurden. Der Sicherungsträger, die Halterkappe war leicht zugänglich und die Sicherung konnte leicht ausgetauscht werden. Das folgende Bild zeigt Sicherungshalter aus den 30ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Halter dieser Art haben die meisten Sicherungsfirmen noch heute im Programm.
Erst in den 80ger Jahren kamen mit dem Siegeszug der Leiterplatte Halter mit wesentlich filigranerem Aufbau auf den Markt. Die Geräte wurden kleiner und damit der Platz in der Front- oder Rückwand. Häufig werden Halter direkt auf die Leiterplatte montiert z.B. um einzelne Baugruppen oder gar Bauteile abzusichern. Anders als bei den oben gezeigten Haltern ist hier die Kontaktierung von Halter und Kappe nicht durch eine feste Schraubverbindung realisiert sondern durch Schleif- oder Federkontakte. Das folgenden Bild zeigt eine solche Kappe mit einem Schleifkontakt. Das Bild daneben zeigt die Kontaktierung im Halter.
Diese Kontaktierung ist durch geeignete Materialien und Oberflächenveredlungen gesichert und umfangreich geprüft. Aber, wie immer gibt es ein „Aber“ und die berühmten Ausnahmen. Die verwendeten Materialien sind Federmaterialien aus z.B. Kupferbronze oder einfach Messing. Die Oberflächen sind in der Regel verzinnt, manchmal versilbert. Eine Unterkupferung wird nur vorgenommen wenn eine Schweißverbindung notwendig ist. Probleme die zum Sicherheitsrisiko werden können bereiteten die Erwärmung des Halters und Vibrationen denen die Geräte ausgesetzt sind. Die Erwärmung des Halters führt - auf lange Sicht gesehen - einmal zur Ermüdung des Federmaterials und zu einem Nachlassen der Kontaktkräfte. Darüber hinaus kann es - je nach atmosphärischen Umgebung - zu einer Oxidation der Kontaktoberflächen kommen. Zusätzliche Vibrationen oder Erschütterungen können dann zu einer Erhöhung der Kontaktwiderstände oder gar zu kurzzeitigen Unterbrechungen führen. Besonders bei auftretenden Unterbrechungen steht dann über dem Halterkontakt die volle Betriebsspannung an. In diesen Fällen können kleine Schaltlichtbögen gezogen werden die den Alterungsprozess der Kontakte beschleunigen und so durch hohe Kontaktwiderstände zu einer erhöhten Erwärmung des Halters führen. Im Extremfall verbrennt nicht nur der Halter sondern die Kontakte werden durch Schaltlichbögen zusammengeschweißt und die Kappe kann nicht mehr vom Halter getrennt werden. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Solche Fehler entstehen nur wenn hohe Betriebstemperaturen, hohe Betriebsspannungen und starke Vibrationen zusammenkommen. Aber solche Fehler kommen vor wie die folgenden Bilder zeigen.
Grundsätzlich sind diese Art Fehler nicht auf die oben gezeigten Halter beschränkt sonder immer wenn die Kontaktgabe zwischen Halter und Kappe oder Halter und Sicherung (z.B. bei Clipp-Haltern) auf der Basis von Federkräften erfolgt. In alle Fällen wo solche Betriebsbedingungen möglich sind sollte eine gute Beratung durch den Sicherungshersteller gewährleistet sein. Im Zweifel sollten ggf. Sonderprüfungen angefordert werden. Die Hersteller sind im Allgemeinen entsprechend ausgestattet bzw. können unabhängige Prüflabors beauftragt werden.
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Prüfeinrichtungen |
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