Kurzbeschreibung verschiedener der Projekte
|
|
|||||||||||
|
|
|||||||||||
|
Untersuchung
der Machbarkeit von Leiterbahnsicherungen |
|
||||||||||
|
|
Seite |
|
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens |
2 |
|
Darstellung der Arbeitsschritte und angewandte Methoden |
2 |
|
Ermitteln der Anforderungen aus Anwendersicht |
2 |
|
Anforderungen der Ökologie |
2 |
|
Anforderungen der Sicherheit |
3 |
|
Fazit und Ausblick |
5 |
|
Engenieering |
5 |
|
Gestaltung der hot spot (hs) Geometrie |
6 |
|
Abgleich der hs-Geometrie durch Lasertrimmen |
10 |
|
Abgleich der hs-Geometrie durch selektives Ätzen |
12 |
|
Nutzen und Optimierung des
"M-Effekts" |
15 |
|
Beschreibung der Funktion und Auswirkung |
15 |
|
Abschaltstromreduzierung durch Leiterbahnverlängerung |
19 |
|
Betriebs-Spannungsebenen und Schmelzleiterabdeckungen |
19 |
|
Spannungsebene ohne Abdeckung |
20 |
|
Abdeckung mit Standard
Silicon- und |
20 |
|
Rechercheergebnisse |
21 |
|
Möglichkeiten der Schmelzleitertrennung durch chem. Additive |
21 |
|
Patentsituation |
22 |
|
Weitere Projekt-Themen |
24 |
|
Realisierungs Beispiele, Firma M&M |
25 |
|
Beispiel 1: Handgerät zu drahtlosen Datenerfassung |
25 |
|
Beispiel 2: Absicherung Lithium-Akku-Zellen |
|
|
Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation |
30 |
|
Diskussion |
30 |
|
Literatur- und Bild-Verzeichnis |
31 |
Seit mehr als 100Jahren werden in der Elektrotechnik Schmelzsicherungen zum Schutz elektrischer Geräte
und Bauteile eingesetzt. Sie schützen elektrische Verbraucher
vor einer, durch eine fehlerhafte Belastung ausgelöste
Überhitzung und der damit verbundenen Brandgefahr. Etwa seit den
60ger Jahren werden zunehmend Leiterplatten ("gedruckte
Schaltungen") eingesetzt.
Mit der im Projekt erreichten Übertragung von elementaren Funktionen der Schmelzsicherungen
auf definiert gestaltete Leiterbahnabschnitte einer komplexen
Leiterplatte können in vielen Bereichen und Applikationen
deutliche ökologische und sicherheitstechnische Vorteile
realisiert werden.
Anforderungen der Sicherheit.
Die Übertragung wesentlicher Sicherungsfunktionen auf definierte
Leiterbahnabschnitte war zentrale Aufgabe des Projektes. Die Aufgabe
wurde im Projekt gelöst und damit die Grundlage für einen
ökologisch effizienten und individualisierten Überstromschutz
geschaffen. Die entwickelten Verfahren z.B. des Nennstromabgleichs
durch selektives Ätzen können noch über den
Versuchstatus der Anlagen hinaus erheblich verbessert und so
effizienter gestaltet werden. Einschränkungen wurden nur
insofern festgestellt, als dass der betriebene Aufwand bei
Konstruktion und Herstellung von Leiterbahnsicherungen teilweise die
Möglichkeiten einer Standard-Leiterplattenfertigung übersteigt.
So kann etwa die Betriebsspannungsebene durch die entwickelte
Mehrschichtabdeckung des hot spot deutlich angehoben werden, wenn die
Verarbeitung der Materialien in den Herstellprozess integrierbar ist.
Da wo das nicht möglich oder nicht gewollt ist, sind
Einschränkungen bei der Höhe der Betriebsspannung oder des
Ausschaltvermögens sinnvoll und in sofern z.T. nicht vermeidbar.
Die Versuchsergebnisse der realisierten Schutzkonzepte und
Herstellverfahren wurden an Mustermengen von n<50 Stück
ermittelt. Auf umfangreichere Mustermengen wurde im Projekt-Rahmen
u.A. wegen des starken individuellen Charakters der Design-Lösungen
verzichtet. Da in der Entwicklung und Normung der verwandten
Chipsicherungen umfangreiche, statistisch gesicherte
Versuchsergebnisse erarbeitet wurden, kann die statistische
Absicherung der Schutzkonzepte auf zukünftige individuelle
Lösungen verlagert werden. Mit Abschluss des Projektes werden
die beteiligten Firmen daher Beratung und Unterstützung zur
Realisierung eines ökologisch effizienten und individualisierten
Überstromschutz anbieten.
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens
Sicherungen werden nicht mehr nur in
gehäusemontierten Haltern eingesetzt, sondern werden direkt in
(THT) oder auf (SMT) die Platine gelötet. Der geänderte
Einsatzort, der direkte Einbezug in eine Bauteilumgebung macht nicht
nur neue Fertigungstechniken und Sicherungskonstruktionen notwendig,
sondern auch eine Neudefinition von Funktionseigenschaften für
diese Schmelzsicherungen. Waren anfangs die ökologischen
Auswirkungen der erheblich komplexeren Fertigungstechniken, die für
die neu entwickelten Sicherungen notwendig waren, nebensächlich,
so erhielt dieser Aspekt doch mit zunehmender Miniaturisierung und
steigenden Stückzahlen immer mehr Bedeutung. Immer kleinere
Sicherungen führten nicht nur zu schwerer beherrschbaren
Montage-Lötstellen, sondern auch zu immer aufwendigeren Konstruktionen
und Produktionsprozessen in der Sicherungsherstellung. Hinzu kommt eine mit der Miniaturisierung
proportional steigende Abhängigkeit der Sicherungsfunktionen von
der Bauteilumgebung.
Zwar versuchen die Normen auf die geänderten
Anforderungen zu reagieren, aber die Schere zwischen
Praxisanforderungen und international vergleichbaren Laborprüfungen
öffnete sich immer weiter. Das im Folgenden beschriebene Projekt
sollte Möglichkeiten aufzeigen diese Defizite der aktuellen
Entwicklung durch Integration der Sicherungsfunktionen in die
Leiterbahn zu beheben und damit ökologische- und
Sicherheitsaspekte in den Vordergrund zu stellen.
Um nötigenfalls
patentrechtlich freie Entwicklungsrichtungen für das Projekt zu
erschließen wurden Untersuchungen bzw. Recherchen mit "neuen"
Materialien und Materialkombinationen in das Projekt aufgenommen.
Darstellung der Arbeitsschritte und angewandte Methoden.
Ermitteln der Anforderungen aus Anwendersicht.
Anforderungen der Ökologie.
Eine Studie der Uni-Zürich aus dem Jahr 2006 zeigt, dass eine mögliche
Verbesserung der Öko-Bilanz einer bestückten Leiterplatte
und einzelner Bauteile unter einem ganzheitlichen Ansatz bewertet
werden müssen. In sofern ist das im Projektantrag aufgezeigte
ökologische Verbesserungspotential deutlich auszuweiten. In der
Studie wird nachgewiesen, dass die Herstellung von Bauteilen sowie
ihre Lagerung, Verpackung, Transport, Montage und Entsorgung in eine
Bewertung der Öko-Bilanz mit einbezogen werden müssen. Der
Ersatz von Sicherungen als SMT- oder THT-Bauelement durch
Leiterbahnsicherungen reduziert nicht nur den Einsatz von
Schadstoffen wie z.B. Blei in Lotverbindungen, sondern vermeidet z.B. auch
Nass-Chemische Prozesse der Sicherungsherstellung. Allgemein wird
durch den Einsatz von Leiterbahnsicherungen der Bedarf an Energie für
Herstellung, Transport und Montage eingespart. So weist die Studie
z.B. für die Montage eines SMD-Bauteils einen Energiebedarf von
ca. 0,01 Kwh nach. Bei THT-Bauteilen kommen noch etwa 12% des
gesamten Herstell-Energiebedarfs für das Bohren der
Montagelöcher hinzu. Der geschätzte Bauteilbedarf aus dem
Projektantrag konnte bis zum Projektende noch nicht verifiziert
werden, weil das Ergebnis einer Kundenbefragung noch nicht vorliegt.
Es wird aber davon ausgegangen, dass bis zu 50% des geschätzten
Bedarfs an SMT-/THT-Sicherungen durch Leiterbahnsicherungen ersetzt
werden können.
Gerätesicherungen
schützen Geräte, Baugruppen oder einzelne Bauteile vor
Überhitzung indem sie schädliche Überströme durch
Aufschmelzen eines definierten Leiterbereichs abschalten. Die
notwendigen Eigenschaften wie Nennstrom, Abschaltkennlinie
(Strom-Zeit-Kennlinie) und Ausschaltvermögen sind durch
internationale Normen einheitlich vorgegeben. Das hat einerseits den
Vorteil der Vergleichbar- und Prüfbarkeit dieser Eigenschaften,
hat aber andererseits den Nachteil, dass diese Kenndaten ein Raster bilden,
in dem sich die jeweilige Applikation mit ihren Schutzansprüchen
wieder finden muss. Dass dies offensichtlich nicht immer gelingt, zeigt eine Brandursachenstatistik
des IFS Kiel.

Inwieweit Wohnungsbrände
durch geeignete oder besser angepasste Sicherungen vermieden werden
können, geht daraus nicht hervor, dennoch mahnt das IFS regelmäßig
eine Verbesserung der Gerätesicherheit an. Die notwendige
Anpassung der Sicherungseigenschaften an die Gegebenheiten einer
Applikation (wie das bis etwa 1943 üblich war) ist aber nur
durch direkte Integration der Sicherung in die Applikation möglich.
Die häufig komplexen Herstellungsprozesse von kleinsten
Schmelzsicherungen machen eine Individualisierung des Bauteils
Sicherung jedoch kaum möglich.
Das im Projekt entwickelte
Konzept der Leiterbahnsicherung ist für alle Möglichkeiten
einer applikationsgerechten Anpassung wichtiger Sicherungsfunktionen
(z.B. Trägheit der Kennlinie nach IEC-Norm, Abschaltstrom, Erwärmung und Ausschaltvermögen)
geeignet.

Fazit und Ausblick